Heute, am 27. November, wäre Ingrid 60 Jahre auf der Welt gewesen. Als sie gerade dreißig war, hat uns, Ingrid und mich, das Schicksal zusammengewürfelt. Ihre zarte, machtvolle Erscheinung, die Außerordentlichkeit ihrer Frauenart, ihr Talent und ihre Entscheidung für das Geistvolle, ihr Tiefenblick in die Menschenherzen, ihr Sinn für alles Absurde und für die Komödien des Lebens, die Dominanz der Kunst als Haltung und Wille - und nicht zuletzt ihr Standhalten gegen das Dunkle, das sie zeitlebens bedroht hat - ohne Ingrid kommt mir die Gegenwart recht armselig vor; das ist mit Ernst und Aufrichtigkeit gesagt. Es grüßt die Weggefährten und Freunde von Ingrid (und gerade auch Isabella aus Nürnberg, bei der ich mich noch nicht bedankt hatte für die eindrucksvollen Fotografien, die sie in dieses Forum eingespielt hat!) Uli Wanner
Liebe Ingrid-Freunde, am Tag nach meiner Bitte erreichte mich per E-Post ein Schreiben von Wolfi, das ein bedeutendes Licht wirft auf die Studentin Ingrid damals in Nürnberg. Ich gebe es mit Dankbarkeit wieder (mit Einverständnis von Wolfi lasse ich einen Teilsatz aus, der ins Persönlich-Intime reicht). Hier Wolfis Worte: "In Nürnberg waren es im Vergleich wenige Jahre. Wir waren nicht nur jung und spätkindlich, sondern auch ernst und auf der Suche nach dem wahren Leben. Ingrid begrüßte Freunde in der Stadt gern mit einem Kuss mitten auf den Mund, sie ist mir auch in der Beziehung noch ein Vorbild, es war kindlich provozierende Direktheit, es gab absolut nichts Anstößiges daran. Sie suchte den direkten Weg und gleichzeitig die Dialektik, sie suchte die Spannungen, sie liebte die Schönheit, und wollte die Tiefen. Es ist so lange her und doch so gegenwärtig . Und lieber Uli, bei der Frage, wer war sie, wer...
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